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Landesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte e.V. Rheinland-Pfalz
Graf Siegfried – Straße 2
55543 Bad Kreuznach

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10 Selbstverständlichkeiten in Zeiten der Inklusion

  1. Behinderung ist eine mögliche Variante von Normalität. Jeder Mensch mit Be-hinderung ist ein gleichberechtigtes Mitglied unserer sozialen Gemeinschaft – er benötigt bedarfsgerechte Unterstützung.
     
  2. Sind Unterstützungsleistungen erforderlich, dann erfolgen sie individuell pas-send. Das Wunsch- und Wahlrecht behinderter Menschen ist dabei sichergestellt. Inklusion ist kein Konzept zur Minderung von Sozialkosten. Behinderte Menschen haben einen Anspruch auf volle gesellschaftliche Teilhabe (UN-Konvention), ihr Platz ist nicht an einer dauerhaften Armutsgrenze.
     
  3. Jede Region hält fachlich angemessene Dienstleistungen in ausreichender Zahl bereit. Es gibt eine regionale Teilhabeplanung, die alle zu beteiligenden Personen und Organisationen einbezieht.
     
  4. Frühe Hilfen und Teilhabe sind selbstverständliche Standards in einem System von Beratung, Frühförderung, inklusiven Kindertagesstätten, Förderschulen und inklusiven Regelschulen.
     
  5. Behinderten Kindern und Jugendlichen stehen alle Bildungseinrichtungen offen, wobei von Eltern und allen Verantwortlichen fachlich reflektiert, gewissenhaft und empathisch die individuell angemessene Institution gewählt wird.
     
  6. Besuchen Kinder und Jugendliche mit Behinderung eine Regeleinrichtung, so werden für sie auch dort die erforderlichen speziellen Unterstützungen, Förderungen, Therapien und Pflegemaßnahmen vorgehalten, wie sie auch in speziellen Fördereinrichtungen vorhanden sind.
     
  7. Wohnraum steht für Menschen mit Behinderung in angemessener Weise zur Verfügung: von der Möglichkeit zum individuellen Wohnen bis hin zur Wohngemeinschaft und dem Wohnen in einer Einrichtung, wenn dies gewünscht ist.
     
  8. Menschen mit Behinderung arbeiten wenn möglich auf dem allgemeinen, ersten Arbeitsmarkt, genießen alle Formen beruflicher Bildung. Wenn dies nicht gelingt, stehen Plätze in einer Werkstatt oder Tagesförderstätte in ausreichender Zahl und geeigneter Ausgestaltung weiterhin zur Verfügung.
     
  9. Die medizinische Versorgung behinderter Menschen ist in ihrem Wohnumfeld so organisiert, dass allgemein gültige Versorgungsstandards barrierefrei gesichert sind. Sie erhalten alle zur Teilhabe und Selbstbestimmung notwendigen Heil- und Hilfsmittel.
     
  10. Der Prozess der Inklusion ist auf eine langfristige Neuorientierung unserer Gesellschaft angelegt; kurzfristige, unreflektierte Reformen können das Gegenteil des Gewollten bewirken, für Menschen mit Behinderung kontraproduktiv sein.